Am Anfang stand die Idee, die Maieröffnung im Schönstatt-Zentrum Metternich mit einem Programm „Kids for Kids“ zu verbinden. Kids for Kids, das heißt, Kinder können bei Spielen Preise gewinnen, die sie dann Kindern aus der Ukraine zur Verfügung stellen. Am späten Nachmittag sollte dann der zur Tradition gewordene Maieinzug mit einem Open-Air-Gottesdienst und anschließender Prozession stattfinden. 

Die Idee entwickelte sich weiter, als klar wurde, dass die Schönstätter Marienschwestern in Metternich Flüchtlinge auf ihrem Gelände in Haus Sankt Josef aufnehmen wollen. Schnell war klar, dass das geplante Programm eine gute Möglichkeit zur Begegnung mit den ukrainischen Flüchtlingen werden könnte. 

Auch in der Nachbarschaft und in der Stadt Koblenz gibt es zahlreiche Ukrainer, die sich gemeldet hatten, um eine Unterkunft zu finden. Frau Ulrike Mohrs, die Bürgermeisterin von Koblenz, und ihr kompetenter Helfer, Herr Pelikan, engagieren sich für diese Personen. Gefördert von der „Tafel Koblenz“, von Privatpersonen und der Sonnengruppe des evangelische Kindergartens Immendorf, die Spiele, Kuscheltiere und viele Kinderbücher spendeten, standen für den 1. Mai 2022 zahlreiche Spiele zur Verfügung. Eine Einladung in deutscher und ukrainischer Sprache war dank der Hilfe einer ukrainischen Lehrerin und einer Dolmetscherin schnell erstellt und konnten gut verteilt werden. Sie und ein weiterer Übersetzer übernahmen auch am Fest selbst die Aufgabe der Vermittlung. 

 Um 15.00 Uhr sollte das Programm beginnen, schon eine halbe Stunde vorher kamen die ersten ukrainischen Frauen mit Kindern, und nach und nach kamen immer mehr, auch deutsche Familien, und nahmen zunächst an einer Rally durch den Park der Schönstätter Marienschwestern teil. Die Spielrunde wurde gestaltet von der Jugendleiterrunde der Pfarrei St. Johannes Metternich. Sackhüpfen, Eierlauf und ein Stopptanz standen auf dem Programm, die sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen viel Spaß und Freude bereiteten. Der Mal-Tisch für die kleinsten Besucher war recht gut besucht. 

Erstaunt und erfreut hat uns die große Zahl der Teilnehmer/innen an diesem Nachmittag. Großen Andrang gab es beim Auswählen der Spiele.

Um 17.00 Uhr fand unter freiem Himmel die Eucharistiefeier statt. Zuvor sprach Ulrike Mohrs, Bürgermeisterin von Koblenz, herzliche Worte des Willkommens. Sie brachte zum Ausdruck, wie froh sie ist, gerade die ukrainischen Flüchtlinge begrüßen zu können. 

Die Teilnehmer der Feier saßen rund um den Immakulata-Brunnen im Park.  Der Gottesdienst stand unter dem Gedanken Maria als Königin des Friedens. Die Texte und Gebete der Feier wurden zum Teil auch in Ukrainisch vorgetragen, eine besondere Freude für unsere ukrainischen Gäste. 

Die Feier begann mit einer Huldigung an die Gottesmutter, in der sie in ihrer Bedeutung für uns Menschen aufleuchtete: Königin des Friedens, Beschützerin, Mutter, Vorbild als Frau, Vertrauende, Glaubende … Dabei wurden rund um den Immakulata-Brunnen zweisprachige Schilder mit den Titeln gestellt. 

 Pfr. Bühler entfaltete in seiner Predigt den Gedanken „Maria, Königin des Friedens“ und ihre Bedeutung für uns. Unter anderem sagte er: 

„Wer Gott sucht, wer die lebendige Verbindung mit Gott sucht, der tut gut daran, zu Maria zu gehen. Diese Erfahrung haben schon viele gemacht, es ist besonders die Erfahrung großer Heiliger. Es ist auch die Erfahrung vieler, die uns im Liebesbündnis mit der Gottesmutter vorangegangen sind. Hier in Metternich ist es besonders Schw. M. Emilie, die uns an dieser ihrer Erfahrung teilhaben lässt. Sie hat hier gelebt, sie war die erste Provinzoberin hier in Metternich, sie hat dieses Heiligtum gebaut. Hier war sie bei der Gottesmutter daheim.

Auch wir suchen die Nähe der Gottesmutter; hier bei ihrem Heiligtum dürfen wir ihre Nähe erfahren.

In der Begegnung mit ihr dürfen wir tiefer erfahren,

  • dass auch wir Heiligtum Gottes sein dürfen,
  • dass darin unsere Würde besteht,
  • dass darin auch die Würde unserer Mitmenschen besteht.

In der Begegnung mit Maria dürfen wir erfahren, dass Gottes Liebe und Gottes Friede in uns ist, dass wir davon getragen und geführt sind.“

Pfarrer Bühler schloss am Ende den Gottesdienst in Ukrainisch ab. 

Anschließend bildete sich eine Prozession zum Heiligtum – mit der Gebetsbitte: 

„Maria, lege Fürsprache bei Gott ein, dass dieser Krieg in der Ukraine und Kriege überall in der Welt beendet werden. Dein Sohn ist in die Welt gekommen, um uns den Frieden zu bringen. Du lädst uns ein, dort wo wir stehen nach unseren Möglichkeit zum Frieden im Kleinen beizutragen.“

Am Ende bedankten sich zwei ukrainische Frauen für die freundliche Aufnahme und für alles, was ihnen heute geschenkt worden ist. Sie hatten in ihr Smartphone die Worte eingegeben, das Übersetzungsprogramm formulierte es dann in die deutsche Sprache. 

 Im Rückblick lässt sich sagen, soviel Lebendigkeit wie an diesem Nachmittag hat „Emilies Park“ lange nicht mehr gesehen. Unmöglich zu sagen, wie viele Menschen es waren. Es waren viele Kinder, viele Frauen mit Kleinkindern, Familien … Waren es 200, waren es 300 Leute oder mehr? Wir danken der Gottesmutter, dass das Wetter mitgespielt hat. Am Abend konnten die Schönstätter Marienschwestern, die mitgewirkt hatten, sagen: „Wir sind kaputt, aber glücklich.“

Schw. Theres-Marie Mayer

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